ISA HOCHGERNER

Schauspielerin - Autorin



PAULAS KAMPF


Erzählt wird die LIEBESGESCHICHTE von Paula, ehemalige Sekretärin, sowie die LEIDENSGESCHICHTE der Aloisia, Stubenmädel und Großcousine Paulas.

Zwei Frauenschicksale die sich in seltsamster Weise in der Zeit des Nationalsozialismus verknüpfen; Zwei Frauen die auf unterschiedlichste Art Opfer dieses diktatorischen Systems und ihrer Herrscher werden. Paula durch eine unglücklich verlaufende Liebe, Aloisia durch die Diagnose Schizophrenie. - Die Hintergründe und Fakten des Stückes basieren auf einer wahren Geschichte aus dem 2. Weltkrieg.

Ausschnitt 2. Szene:
ALOSIA als Stubenmädel: ICH WAR EINMAL eine Aloisia. Die Aloisia, die ich war, zog in eine ferne Stadt und wollte einen Prinzen finden. Aber alle Prinzen waren schon aus. Es gab keinen Einzigen mehr für die, die ich einmal war, zu dieser Zeit, in dieser Stadt.
Und da kein Prinz mehr da war, der mich nahm, nahm ich mir, die Aloisia die ich war, eine Arbeit. Ich, wie ich war, schrubbte Böden, putzte Fenster und polierte die Spiegel des Hotels bis es schließlich glänzte wie ein Schloß. Und manchmal, im Glanz der Spiegel, im Glanz der Türschnallen und der Fenster, konnte ich, die ich einmal war, ihn sehen. Er winkte mir zu, der Prinz, der aus der großen Stadt verschwunden war, bis er allmählich auch im Glanz meiner Spiegel und Türschnallen und Fenster immer mehr verblaßte, schließlich ganz verschwunden war und ich, die ich einmal war, ihn allmählich vergaß. Und die Aloisia schrubbte weiter Böden, putzte weiter Fenster und Spiegel, polierte die Türschnallen und war, vielleicht nicht glücklich aber doch zufrieden, bis zu jenem Tag, als ich..., - es war so: ICH, die ICH EINMAL WAR, schaute in den Spiegel und eine Fremde schaute zu mir zurück... .